Indem wir, wenn wir verzichten, die sprichwörtliche Speckrolle verlieren, entsteht Raum.
Gerade jetzt, in der klassischen Fastenzeit, sind die Menschen, ähnlich wie im Januar, bestrebt, sich nach der üppigen Weihnachtszeit im Verzicht zu üben. Sei es das Kuchenstück oder der Schokoriegel zwischendurch, das sog. Feierabendbier oder das stundenlange unbewusste Scrollen am Handy – viele machen mal Pause.
Warum wählen wir eine solche Pause? Wir könnten ja einfach weitermachen wie bisher…
Wir entscheiden uns für den unbequemen Schritt, den Cut, weil er uns guttut.
Weil wir intuitiv spüren, dass es dran ist, dass wir Erleichterung brauchen – von dieser Speckrolle.
Denn, was alle Speckrollen gemeinsam haben, ob wörtlich oder bildlich, sie bestehen aus unbrauchbarem Inhalt, der uns nicht nützt.
Die echte greifbare Speckrolle enthält die belastenden braunen Fettzellen und die bildlich verstandene ist gefüllt mit Unbewusstheit und unguten Gewohnheiten.
Das Loslassen solchen alten Specks kann zunächst herausfordernd sein, das System will an den Gewohnheiten festhalten und das Durchhaltevermögen wird auf eine harte Probe gestellt.
Zuerst sind wir oft unruhig, verspannt oder reagieren mit Kopfschmerzen.
Aber wenn wir diese erste Phase überwunden haben, öffnet sich etwas Wunderbares.
Beim „Abspecken“ entsteht also Raum. Raum für Fülle übrigens:
Bewusstes Wahrnehmen, klarer Geist und Offenheit für neue Perspektiven.
Unbedingte Begleiter um im Verzicht einen Gewinn sehen zu können sind Adaptiv für das Zurechtfinden in einer neuen Situation und Wild Orange, das Öl der Fülle.
Ach ja, übertreiben sollten wir es mit dem Verzicht nicht. Dann wird nämlich schnell eine Gewohnheit draus und wie Seneca schon wusste: Wir neigen dazu uns maßlos zu mäßigen, das tut uns, wie alles, was maßlos ist, auch nicht gut.
Deshalb hat die Fastenzeit ein bis zweimal im Jahr schon ihren Sinn.
