Co-Impact Sourcing: Woher deine Öle wirklich kommen

Ernte von Weihrauchharz in einer kargen Landschaft als Beispiel für Co-Impact Sourcing

Wenn ich eine Flasche ätherisches Öl in der Hand halte, frage ich mich oft, welchen Weg sie hinter sich hat. Wer hat die Pflanze gepflanzt, gepflegt, geerntet? Genau darum geht es bei Co-Impact Sourcing – einem Ansatz, der mir zeigt, dass hinter jedem Tropfen Menschen, Regionen und eine ganze Geschichte stecken. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine kleine Reise durch Lieferketten, die ich besonders spannend finde.

Dabei geht es mir nicht um Hochglanzversprechen, sondern um das, was ich selbst nachvollziehen kann: Woher stammen die Rohstoffe, wie werden sie geerntet, und was bedeutet das für die Menschen vor Ort. Genau das macht für mich den Unterschied zwischen einem Öl, das einfach nur duftet, und einem Öl, dessen Herkunft ich kenne.

Was Co-Impact Sourcing eigentlich bedeutet

Co-Impact Sourcing beschreibt ein Beschaffungsmodell, bei dem Anbau und Ernte gezielt in Regionen stattfinden, die von der Zusammenarbeit wirtschaftlich profitieren. Statt Rohstoffe einfach günstig einzukaufen, werden langfristige Partnerschaften mit Bäuerinnen, Bauern und Sammlerfamilien aufgebaut. Deshalb spielt bei diesem Modell nicht nur die Qualität der Pflanze eine Rolle, sondern auch die Frage, wie stabil und fair die Zusammenarbeit über Jahre hinweg gestaltet werden kann.

Mich fasziniert daran besonders, dass Co-Impact Sourcing keine einmalige Aktion ist, sondern eine dauerhafte Verbindung zwischen Unternehmen und Anbauregion. Dadurch entstehen Strukturen, die auch dann bestehen bleiben, wenn eine Ernte einmal schwächer ausfällt. Für mich ist das ein wichtiger Unterschied zu kurzfristigen Handelsbeziehungen, die oft nur auf den Preis schauen. Außerdem bedeutet dieses Modell für mich, dass Qualität und Fairness nicht getrennt betrachtet werden, sondern zusammengehören.

Wie eine Lieferkette in der Praxis aussieht

Eine typische Lieferkette beginnt weit weg von meinem Schreibtisch, oft in ländlichen Regionen mit wenig Infrastruktur. Zunächst wird die Pflanze angebaut oder wild gesammelt, je nachdem, um welche Art es sich handelt. Anschließend folgt die Ernte, die häufig noch von Hand geschieht, weil Maschinen in diesen Gegenden kaum verfügbar sind.

Danach wird das Pflanzenmaterial destilliert oder weiterverarbeitet, häufig direkt in der Nähe des Anbauortes. Das spart Wege und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung nicht komplett ins Ausland abwandert. Schließlich wird das fertige Öl geprüft, bevor es überhaupt in Richtung Europa reist. Bei jedem dieser Schritte greift das Co-Impact Sourcing als roter Faden, weil es genau an diesen Übergängen für faire Bedingungen sorgen soll.

Mir hilft es, mir diese Kette als eine Art Staffellauf vorzustellen. Jede Station gibt etwas weiter, das vorher mit viel Sorgfalt entstanden ist. Wenn eine dieser Stationen wegfällt oder unfair behandelt wird, spürt man das am Ende auch in der Qualität des Öls. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt die Herkunft als reine Formsache abzutun.

Beispiel Weihrauch: Von Somaliland bis zur Flasche

Ein Beispiel, das mich immer wieder beeindruckt, ist Weihrauch. Die Bäume wachsen oft in kargen, trockenen Regionen wie Somaliland, wo Landwirtschaft im klassischen Sinn kaum möglich ist. Hier wird das Harz traditionell von Hand aus der Rinde gewonnen, ein Handwerk, das über Generationen weitergegeben wird.

Weil diese Bäume nicht beliebig vermehrbar sind und die Ernte viel Erfahrung erfordert, ist eine verlässliche Partnerschaft besonders wichtig. Co-Impact Sourcing bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sammlerfamilien einen festen Ansprechpartner haben und nicht jedes Jahr aufs Neue verhandeln müssen. Für mich macht das den Unterschied, wenn ich Frankincense (Weihrauch) im Diffuser verwende und weiß, dass hinter dem Harz eine über Jahre gewachsene Beziehung steht.

Ich finde es bemerkenswert, wie viel Wissen in dieser Ernte steckt. Die Sammler erkennen am Zustand der Rinde, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, und sie wissen genau, wie stark ein Baum belastet werden darf, ohne dass er Schaden nimmt. Dieses Wissen wird nicht in Büchern weitergegeben, sondern von Hand zu Hand, von einer Generation zur nächsten.

Beispiel Wild Orange und Zitrusfrüchte

Ein anderes Beispiel sind Zitrusöle wie Wild Orange. Sie entstehen häufig als Nebenprodukt der Saftindustrie, weil die Schalen sonst oft ungenutzt bleiben würden. Dadurch ergibt sich eine interessante Möglichkeit, bestehende landwirtschaftliche Strukturen sinnvoll einzubinden, statt komplett neue Anbauflächen zu schaffen.

Auch hier zeigt sich der Gedanke hinter Co-Impact Sourcing: Wo möglich, wird auf vorhandene Ressourcen zurückgegriffen, und die beteiligten Betriebe erhalten einen zusätzlichen Ertrag aus etwas, das sonst als Abfall gegolten hätte. Ich finde diesen Ansatz besonders praktisch, weil er zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht immer bedeutet, etwas komplett neu zu erfinden. Manchmal reicht es, vorhandene Kreisläufe klüger zu nutzen.

Gleichzeitig sehe ich darin ein schönes Beispiel dafür, wie sich zwei Branchen gegenseitig stärken können. Die Saftproduktion bekommt einen zusätzlichen Absatzweg für ein Nebenprodukt, und die Ölgewinnung erhält Rohstoff, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Für mich zeigt das, dass durchdachte Lieferketten manchmal einfacher sind, als man zunächst denkt.

Was das für die Menschen vor Ort bedeutet

Wenn ich über Nachhaltigkeit nachdenke, geht es mir nicht nur um Pflanzen und Böden, sondern vor allem um Menschen. Co-Impact Sourcing setzt genau dort an, wo Einkommen oft unsicher ist und saisonale Schwankungen große Auswirkungen auf Familien haben. Feste Abnahmeverträge und langfristige Zusammenarbeit können dabei helfen, diese Unsicherheit ein Stück weit abzufedern.

Außerdem entstehen durch solche Partnerschaften oft zusätzliche lokale Arbeitsplätze, etwa in der Destillation oder Qualitätskontrolle vor Ort. Dadurch bleibt ein größerer Teil der Wertschöpfung in der Region, statt nur als Rohstoff exportiert zu werden. Ich finde, das ist ein Aspekt, der bei ätherischen Ölen viel zu selten mitgedacht wird, obwohl er für mich mindestens genauso wichtig ist wie der Duft selbst.

Manchmal denke ich auch an die Familien, die von einer einzigen Ernte pro Jahr abhängen. Ein verlässlicher Abnehmer bedeutet für sie Planungssicherheit über Monate hinweg. Das klingt zunächst nüchtern, hat aber ganz praktische Auswirkungen: auf Kinder, die zur Schule gehen können, oder auf Häuser, die instand gehalten werden. Solche kleinen Details machen für mich den eigentlichen Wert von Co-Impact Sourcing aus.

Was Co-Impact Sourcing für mich als Anwenderin bedeutet

Für mich persönlich verändert dieses Wissen die Art, wie ich mit meinen Ölen umgehe. Ein Öl, hinter dem eine bewusste Lieferkette steht, fühlt sich für mich weniger nach Konsumprodukt und mehr nach einer bewussten Entscheidung an. Deshalb nehme ich mir manchmal die Zeit, kurz an die Region zu denken, aus der ein Öl stammt, bevor ich es in den Diffuser gebe.

Das ändert natürlich nichts an der praktischen Anwendung: Ich verdünne ätherische Öle weiterhin sorgfältig mit einem Trägeröl, bevor sie auf die Haut kommen, und bei Zitrusölen wie Wild Orange achte ich nach einer Hautanwendung darauf, die behandelten Stellen einige Stunden vor direkter Sonne zu schützen, da Zitrusöle photosensibilisierend wirken können. Wer sich näher mit den Grundlagen der Ölqualität beschäftigen möchte, findet in weiteren Beiträgen viele Ideen rund um Herkunft, Anwendung und Rituale mit ätherischen Ölen.

Am Ende bleibt für mich die Erkenntnis, dass Co-Impact Sourcing kein abstraktes Konzept ist, sondern etwas, das sich in jedem Tropfen Öl widerspiegelt. Es geht um Beziehungen zwischen Menschen, um Verlässlichkeit über Jahre und um Respekt vor den Regionen, aus denen die Rohstoffe stammen. Bei gesundheitlichen Fragen rund um die Anwendung ätherischer Öle empfehle ich dir außerdem, ärztlichen Rat einzuholen, besonders wenn du unsicher bist oder Vorerkrankungen hast. Wenn du selbst einmal genauer hinschauen möchtest, woher deine Öle stammen, schau gerne im doTERRA Shop vorbei oder probiere die kostenlose OilWay-App aus, um mehr über Herkunft und Anwendung zu erfahren.

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